Hände weg von der Ebene von San Vittore*!

Seit einigen Jahren schon haben die kantonalen Volkswirtschaftsfunktionäre sich in den Kopf gesetzt, sie müssten die Industriezone San Vittore um mindestens 185.000 m2 vergrössern. Während für die kantonalen Funktionäre dies ein einfaches auf dem Schreibtisch zu erledigendes „Geschäft“ ist, müssen die TalbewohnerInnen zusehen wie die Ebene verunstaltet und zubetoniert wird. Was eine erschütternde Umwälzung ihres alltäglichen Lebens bedeutet, die nicht nur das Landschaftsbild, die Geografie und die Organisierung des Tales sondern auch die Zukunftsaussichten und die Chancen auf eine ökologische und nachhaltige Reorganisierung der Region verändert. Die Ebene von San Vittore ist eine der wenigen Grünflächen der Talsohle: eine weitere grosse Industriezone würde dem gesamten Tal noch mehr an Lebensqualität und Anziehungskraft entziehen. Und das abgesehen von den zusätzlich möglichen Umweltbelastungen in einem Gebiet, in dem die Luft schon sehr verschmutzt ist.

Daher ist es nicht erstaunlich, dass die TalbodenbewohnerInnen sich zur Verteidigung der Ebene zu organisieren begonnen haben. 2011 wurde die Vereinigung zum Schutze der Ebene gegründet. Verschiedene Petitionen wurden lanciert, die Bäuerinnen haben einen offenen Brief mit der Forderung geschrieben, den Tunnel von Armasuisse für landwirtschaftliche Zwecke nutzen zu dürfen. Auch wurden letztes Jahr in der Gemeinde GegnerInnen der Vergrösserung der Industriezone gewählt und kürzlich ein kleiner Markt organisiert um zu belegen, dass das Gebiet auch ganz anders aufgewertet werden kann. Nämlich indem eine Km 0 – Produktion an handwerklichen Erzeugnissen und eine Neubelebung des Dorfes durch gemeinschaftliche Momente des Austausches und des Lebens Vorrang erhalten.

Auch wir sind gegen die Erweiterung der Industriezone. Die Ebene muss denen gehören, die sie bewohnen, bearbeiten und sich um sie kümmern. Wir können sie nicht einfach so – als wäre nichts – an die verscherbeln, denen ihr Profit an erster Stelle steht. Erst recht jetzt, wo ökologische Alternativen, eine Wiederentdeckung der Landwirtschaft sowie unseres gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnisses mit der Natur und eine Ablehnung der Zubetonierung weiterer Grünflächen dringend notwendig sind. Anstatt weitere Fabriken zu bauen, könnte man öffentlich nützlichen Projekten Raum geben  oder zulassen, dass die Bäuerinnen vor Ort das Land landwirtschaftlich nutzen. Darum haben wir entschieden zur 1. August-Abendfeier, die von der Gruppe “Für und mit San Vittore” organisiert wurde, mit einem Transparent beizutragen, das wir im Torneo di calcio antirazzista am Samstag in Lumino vorbereitet haben.

Auf der ganzen Welt finden zur Zeit verschiedene Kämpfe zum Schutze von Umwelt und Lebensraum statt. In Norddakota kämpfen die Sioux zur Verteidigung ihrer IndianerInnenreservate, die von den Interessen der US-Ölindustrie bedroht sind. In Frankreich kämpfen bei Nantes etliche junge Leute gegen den Bau eines neuen Flughafens. In der Val di Susa wird seit Jahren gegen den Bau des TAV** gekämpft. Wir glauben, dass alle diese Kämpfe auch hier bei uns im Kleinen ein nachahmenswertes Beispiel sein können. Wichtig ist selbst zu handeln, in erster Person, durch die direkte Aktion und wir sind bereit zu kämpfen.

Einige junge TalbewohnerInnen und SympathisantInnen

 

 

* San Vittore, Moesa, Graubünden

** Hochgeschwindigkeitseisenbahnlinie, nahe Turin, It

Annunci

Rispondi

Inserisci i tuoi dati qui sotto o clicca su un'icona per effettuare l'accesso:

Logo WordPress.com

Stai commentando usando il tuo account WordPress.com. Chiudi sessione / Modifica )

Foto Twitter

Stai commentando usando il tuo account Twitter. Chiudi sessione / Modifica )

Foto di Facebook

Stai commentando usando il tuo account Facebook. Chiudi sessione / Modifica )

Google+ photo

Stai commentando usando il tuo account Google+. Chiudi sessione / Modifica )

Connessione a %s...